Das Leben ist kein Gurkensandwich by Ceri Radford (german)

Das Leben ist kein Gurkensandwich
by Ceri Radford
Published: Jul 2011
Originaltitle: A Surrey State of Affairs
Number of Pages: 398
Genre: Women's Fiction
Rating: 3 Points

Gurkensandwiches zum Five o'Clock Tea - der perfekte Nachmittag für Constance Harding. Aber leider spielt die Familie nicht mit. Der Sohn will nicht heiraten, die Tochter zählt Stichlinge in Frankreich, die litauische Haushälterin trocknet ihre Polyesterunterwäsche im Arbeitszimmer des Gatten. Es ist ein Skandal! Aber Constance lässt sich nicht unterkriegen: Sie nimmt das Leben der anderen selbst in die Hand. Mit völlig unerwarteten Folgen für ihr eigenes...

Constance ist 53 Jahre alt, englische Hausfrau, verheiratet mit Jeffrey, einem angesehenen Anwalt und lebt auf dem Land in einem schönen großen Haus, mit einer litauischen Haushälterin, die mehr schlecht als recht ihren Pflichten nachkommt. Consatnce's Kinder, Rupert (mitte 20) und Sophie (18) bekommt sie auch nur noch selten zur Gesicht und damit sie ihre Kinder nicht ständig anruft und sich mit ihnen unterhalten möchte, haben diese ihr einen Blog eingerichtet. Seit dem bloggt Constance fast täglich. Schnell wird klar, dass Constance nicht nur schrecklich konservativ ist, sondern auch noch sehr viel Wert auf Schein einer makellos-wohlhabenden Familie. Und so kommt es wie es kommen muss: Constance will alles richtig machen und mach alles falsch...

Das Buch ist in Blogform verfasst, was das Lesen recht einfach hält, da die Abschnitte recht kurz sind. Der Schreibstil von Ceri Radford ist zudem recht angenehm und leicht verständlich. Man kann das Buch immer wieder beiseite legen und findet sich sofort wieder ins Geschehen ein. Die Charaktere sind gut gewählt und passen zu der "Upperclass". Die Protagonistin Consatnce basiert auf der Figur "Constance" aus der Website-Kolumne des Telegraph (Ceri Radford ist dort Chefredakteurin) und wurde für den Roman zur Hauptfigur weiterentwickelt.

Die Roman-Charaktere sind im Vergleich zu der, in der Kolumne, recht überspitzt dargestellt worden und das Buch nimmt dadurch satirische Züge an. In der deutschen Übersetzung geht das "very" Britische, welches der Deutsche Leser erwartet, leider etwas unter. Demnach wäre eine kleine Einführung oder ein Glossar, in dem man in die britische Upperclass (wie Einkaufsketten, Ausrichtung britischer Zeitungen, usw.) eingeführt / unterrichtet wird, von Nöten gewesen. Auch der deutsche Titel lässt zu wünschen übrig und hat mit dem originellen britischen nichts gemein. Im Klappentext wird nochmals extra auf "Gurkensandwiches zum Five o'Clock Tea" verwiesen, doch diese sucht der Leser vergeblich. Hier habe ich mich wirklich gefragt, ob es bei der Übersetzung irgendwelche Schwierigkeiten gegeben hat oder gar ein Teil vergessen wurde. Der Originaltitel A Surrey State of Affairs ist super und hätte im deutschen erhalten bleiben sollen, mit einer passenden Erklärung im Inneren. Surrey ist nämlich eine Grafschaft im Süden Englands. State of Affairs meint so viel wie Zustand / Stand der Dinge. Es dürfte also jedem klar sein worauf dieses Buch hinausläuft...

Zu den Figuren: Wie ich anfangs bereits erwähnt habe, sind diese vor allem Constance recht überspitzt dargestellt. Für die meisten deutschen Leser ist dies wahrscheinlich "too much". Aber eben die ganzen Geschehnisse und das Verhalten von Constance und nicht zu letzt das von Sophie, ist genau das, was das Buch ausmachen soll. Das Leben ist kein Gurkensandwich beschreibt das alltägliche Leben einer englischen Hausfrau der Upperclass, die nach außen hin ein perfekte Vorzeigefamilie "benötigt". Es ist allgemein üblich, dass es in gewissen Kreisen immer nur eine Richtung gibt, alles andere ist schlecht fürs Image und sorgt für Empörung anderer, auch für das sogenannte Fremdschämen. Constance einziger Ort um sorgenfrei über ihre missliche Lage und ihren verzweifelten Kampf ihr Ansehen zu wahren ist ihr Blog. Hier kann sie sich frei entfalten und ungehemmt über ihre Problem schreiben. Der Fortschritt hält mehr und mehr Einzug in ihr Leben und sie findet gefallen daran. Es macht großen Spaß Constances Leben zu verfolgen auch wenn manche Dinge, wie das Wechselläuten, uns doch wirklich sehr merkwürdig erscheinen. Die letzten 100 Seiten werden ziemlich rasant und die Ereignisse überschlagen sich fast. Aber Constance lernt sich selbst von einer anderen Seite kennen. Das Ende war recht anstrengend, aber auf Constances chaotisches Leben abgestimmt.

Fazit: Das Leben ist kein Gurkensandwich ist tatsächlich "very british", aber durch die Übersetzung und das mangelnde Wissen um den Hintergrund (Surrey, Upperclass, etc.) geht leider vieles verloren. Deshalb gibt es für die deutsche Ausgabe nur 3 Punkte/Sterne.

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