[Rezension] Jane Eagland - Mein Herz so wild

Titel: Mein Herz so wild
Autor: Jane Eagland
ISBN: 978-3423248396
Originaltitel: Wildthorn
Seiten: 448 Seiten
Erscheinungsjahr: 2010
Verlag: dtv
Genre: Historischer Roman
Bewertung: 5 Punkte

Eigentlich wollte Louisa Freunde ihres Bruders in Essex besuchen, doch der Kutscher liefert sie auf einem großen, ihr völlig unbekannten Anwesen ab, wo man sie bereits erwartet. Ehe sie es sich versieht, befindet sich Louisa in den Händen von Pflegern einer Anstalt für Geisteskranke. Zunächst ist die junge Frau fest davon überzeugt, dass hier ein Irrtum vorliegt, den sie schnell aufklären kann. Aber jegliches Beteuern ihrer geistigen Gesundheit wird nur als weiteres Anzeichen ihrer Krankheit ausgelegt. Sie wird gedemütigt und gequält. Aber so leicht lässt sich Louisa nicht unterkriegen. Sie muss wissen, wer sie in diese Situation gebracht hat - und warum. Als sich am Horizont ein schwacher Hoffnungsschimmer zeigt, ist Louisa bereit, alles zu riskieren.


Bei 'Mein Herz so wild' handelt es sich um ein historisches Jugendbuch und "erzählt die tiefgründige Geschichte einer starken, jungen Frau am Ende des 19. Jahrhunderts" (Lisa Ziegler, Nordbayerischer Kurier, 2010): Denn trotz aller gesellschaftlichen Erwartungen und Verpflichtungen für Frauen, will Louisa den langsam aufkommenden Aufbruch nutzen und gegen alle Regeln einen einen Beruf, nämlich Ärztin, ausüben. In London gibt es tatsächlich eine Universität, die Frauen aufnimmt. Junge Frauen, die zu dieser Zeit 'wissbegierig' waren und gerne gelesen haben galten als unnormal und meist sogar geisteskrank. Die Frau wurde schließlich als fürsorgliche Mutter und Ehefrau geboren und ist nicht dafür geschaffen, etwas zu erlernen... 

Der Roman ist in vier Teile unterteilt und endet mit einem kurzen Epilog. Es gibt zwei Zeitebenen, die sich immer wieder abwechseln. Gleich zu Beginn findet sich der Leser in Louisas 'Heute' (um 1870) wieder und erlebt die Fahrt zu den Freunden ihres Bruders und findet sich mit ihr in einer Anstalt für Geisteskranke wieder. Dann kommt der erste Wechsel "Elf Jahre früher", der anschließend wieder in die Gegenwart wechselt. Nach und nach erfährt der Leser so den Grund, warum Louisa in diese Anstalt gebracht wurde, wer tatsächlich hinter all dem steckt und was es mit der liebevollen Pflegerin Eliza auf sich hat, ohne die Louisa wahrscheinlich bereits tot wäre...

Der Schreibstil ist wirklich gelungen und sehr flüssig. Auch die aufkommende Spannung und die "zweigleisige" Beschreibung ist sensationell. Bei historischen Romanen bin ich doch immer etwas vorsichtig. Eine "alte" Sprache / Ausdrucksweise stört mich zu sehr, sei das Buch noch so gut. Zum Glück, ist dass hier ganz anders. Natürlich weiß der Leser, dass er sich nicht im 21. Jahrhundert befindet, aber die Reise ins 19. ist mit keinerlei Leseschwierigkeiten verbunden. Jane Eagland gelingt es fabelhaft dem Leser die Welt, wie sie zu der Zeit war, zu zeigen. Die Beschreibungen der Protagonistin und ihre Gefühle und Gedanken sind sehr gut und nachvollziehbar, so dass es mir nicht schwer fiel mich schon nach kurzer Zeit mit ihr zu identifizieren.

Louisa ist wahrlich eine extrem starke und vor allem mutige junge Frau, die an die Richtigkeit ihrer Ziele keine Zweifel hegt und gegen den Irrsinnglauben der Gesellschaft, Frauen sind dumm und nur als Mütter geschaffen, rebelliert.

Fazit: Ein ausgezeichnetes Buch, dass nicht nur spannend, sondern eben auch sehr lehrreich ist. Ich kann es nur jedem empfehlen und vor allem gibt es dem Leser weit mehr als nur eine gute Unterhaltung.

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